Linz – Sightseeing, Geschichte und Kultur inmitten der Donaulandschaft

Linz, Hauptstadt des Bundeslandes Oberösterreich, liegt zu beiden Seiten der Donau in einem Becken des Alpenvorlandes. Im Stadtgebiet fließt zudem die Traun, die unweit der City in die Donau mündet. So kommt man immer wieder über Brücken, die schöne Ausblicke bieten. Beim Bummel durch die Stadt erkennt man dann am jeweiligen Baustil gut, wie sich die verschiedenen Gegenden entwickelten. Linz‘ ältester Stadtteil – die Innenstadt – befindet sich südlich der Donau und beherbergt zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten. Über dem Altstadtviertel thront das aus einer Burg entstandene Schloss, in dem sich heute ein Museum befindet. Ein weiteres besonderes Bauwerk in diesem Quartier ist das zwischen 1568 und 1658 in mehreren Etappen errichtete Linzer Landhaus, heute Sitz des Oberösterreichischen Landtages. Am Domplatz steht eines der bedeutendsten Linzer Bauwerke: der 1924 geweihte Mariä-Empfängnis-Dom (Neuer Dom), Österreichs größte Kirche. Wesentlich älter ist der ab 1669 erbaute Alte Dom im Rathausviertel, zu dessen besonderen Schätzen neben reich verzierter Kanzel und prachtvollem Hochaltar eine Brucknerorgel gehört.

Weitere sehenswerte Gebäude finden sich am 1230 angelegten Linzer Hauptplatz, dem pulsierenden Herz der sympathischen Stadt. Die zentrale Dreifaltigkeitssäule steht hier seit 1723 an ihrem Platz, das Alte Rathaus bereits seit Anfang des 16. Jh. Im südlichen Bereich des Linzer Stadtzentrums stößt man auf das Volksgartenviertel mit ausgedehnten historischen Grünanlagen wie Volksgarten und Schillerpark. Doch auch sehenswerte Bauten wie das romantische Bergschlössl oder moderne Glasbauten wie Wissensturm und Hauptbahnhof prägen diesen Innenstadtbereich. Wer beim Stadtbummel nicht nur die hervorragenden Einkaufsmöglichen im Blick hat, sondern zwischendurch auch auf die Fassaden der vielen liebevoll sanierten alten Häuser von Linz schaut, entdeckt so manches für unterschiedliche Epochen typische Stilelement. Die Linzer Innenstadt bietet jedoch nicht nur viel fürs Auge, sondern mit Brucknerhaus, Schauspielhaus und Kammerspielen auch diverse hochkarätige Veranstaltungsorte. Sehr breit gefächert präsentiert sich außerdem Linz‘ Museumslandschaft. So lädt das Literaturmuseum im StifterHaus ein, kommen Kunstinteressierte unter anderem in Landesgalerie oder LENTOS Kunstmuseum auf ihre Kosten oder lockt das NORDICO Stadtmuseum zu einer Zeitreise in die Stadtgeschichte.

Auch einige eher außergewöhnliche Sammlungen zeigt Linz, darunter das Biologiezentrum Linz-Dornach am Ökopark, das Museum für Geschichte der Zahnheilkunde im Alten Rathaus oder das Cowboy-Museum Fatsy im Stadtteil Ebelsberg. Ganz in der Nähe der Cowboys kann man im Naherholungsgebiet Pichlinger See beim Laufen, Radeln, Angeln, Tauchen oder Surfen ausspannen. Und im Sommer gehört der See natürlich zu den beliebtesten Badeplätzen von Linz. Ein anderes besonderes Erlebnis beschert eine Fahrt auf der Donau, von kurzen Rundfahrten bis zu Tagesausflügen durch das idyllische Donautal reicht das Angebot. Nicht versäumen sollte man in Linz einen Abstecher auf den Pöstlingberg, auf den man vom Hauptplatz aus gut mit der nostalgischen Pöstlingbergbahn hinaufkommt. Den 539 Meter hohen Berg links der Donau krönt die anmutige Wallfahrtsbasilika „Sieben Schmerzen Mariä”. Daneben wartet auf große und kleine Kinder als besonderes Gaudi eine Fahrt mit der Grottenbahn, die in eine bunte Märchenwelt entführt. Ebenfalls auf dem Berg angesiedelt hat sich der Linzer Tiergarten, in dem sich Erdmännchen, Hängebauchschweine, Bennettkängurus, Nasenbären und um die 600 andere Tiere – darunter zahlreiche exotische Vögel – tummeln.

Österreich – Wasser als unbändiges Naturschauspiel

Zu den faszinierendsten Naturphänomenen gehören für die meisten enge Schluchten und Wasserfälle. Österreich bietet beides, und zwar reichlich. Mehr als 700 Wasserfälle tosen im Alpenparadies in die Tiefe. Dazu gibt es ungezählte spektakuläre Schluchten und Klammen, von denen viele – mit Steiganlagen ausgestattet – auch Nicht-Bergsteigern zugänglich sind. Mit den Krimmler Wasserfällen, in denen die Krimmler Ache in drei, über vier Kilometer verteilten Stufen insgesamt 385 Meter herabstürzt, findet man im Salzburger Land Europas höchste Kaskade. Ein ab Mitte April geöffneter, kostenpflichtiger Wanderweg führt im Nationalpark Hohe Tauern direkt am Wasserfall entlang. Mit seinen Serpentinen und teilweise recht steilen Abschnitten hat es dieser Weg zwar in sich, doch mehrere Aussichtsplattformen bieten zwischendurch immer wieder Gelegenheit, mit traumhaftem Ausblick zu verpusten. Als Ausgangspunkt eignet sich die WasserWunderWelt in Krimml, in Sichtweite der Wasserfälle und unmittelbar an der Gerlos-Alpenstraße gelegen. Beim Blick von der Panoramaterrasse sieht man das Naturschauspiel in seiner vollen Pracht, dazu bietet das innovativ gestaltete Erlebniszentrum jede Menge Wissenswertes für alle Altersgruppen.

Zu den außergewöhnlichsten Wasserfällen Österreichs dürfte im gleichen Nationalpark der im Zentrum von Bad Gastein gehören. Auch hier gibt es mehrere ausgeschilderte Wanderwege, von denen einige bis ins Umland führen. Doch am besten lässt sich das rasant zu Tal stürzende Wasser von der sogenannten Wasserfallbrücke im Kurort aus beobachten. Einen ebenfalls recht eindrucksvollen Wasserfall findet man in Tirol, genauer gesagt im Ötztal: den Stuibenfall. Über etwa 160 Meter Fallhöhe donnert hier das Wasser in zwei Kaskaden herab. Zu den besonderen Attraktionen zählen die Illuminationen an jedem Mittwoch von Mai bis Oktober sowie eine Hängebrücke im obersten Abschnitt des Wasserfalls. Ein geeigneter Ausgangspunkt für eine Wanderung ist der Parkplatz am Ötzidorf, von dem aus ein befestigter Weg zur Stuibenfallhütte führt. Wer es etwas anspruchsvoller mag, dazu trittfest und schwindelfrei ist, kann sich für einen der Klettersteige entscheiden – beispielsweise den in Umhausen-Niederthai. Ebenfalls sehr Reizvolles hat Niederösterreich mit den Myrafällen im Bezirk Wiener Neustadt-Land zu bieten. Der gut ausgebaute Weg durch die idyllische Klamm nördlich von Muggendorf führt über mehrere Brücken und einige Stiege. Immer wieder fällt der Blick dabei auf den Maybach, der sich kraftvoll über mehrere Kaskaden seinen Weg durch teils sehr enge Felsschluchten bahnt.

Weitere von herrlichen Schluchten und Wasserfällen geprägte Landschaften Niederösterreichs sind die Ötschergräben im Mostviertel und die Ysperklamm im Waldviertel. In Oberösterreich, im Nationalpark Kalkalpen, stößt man bei Leonstein in der Region Steyrtal auf die idyllische Rinnerberger Klamm mit dem gleichnamigen, steil senkrecht abgehenden Wasserfall. Oberösterreichs längste Klamm, benannt nach dem ehemaligen Obmann des sogenannten Verschönerungsvereins Dr. Vogelgesang, zieht sich bei Spital am Pyhrn rund 1,5 Kilometer hin. Über hölzerne Stege und etwa 500 Stufen kommt man von Mai bis Ende Oktober durch die urige Schlucht, über deren Grund wildromantisch ein Bach gurgelt, der dann stellenweise ungestüm über Felskanten stürzt. Eine noch größere Herausforderung wartet auf alle, die sich in der Steiermark auf den Weg durch die Bärenschützklamm mit dem Großen Wasserfall begeben. Hier muss man auf der knapp 1,5 Kilometer langen Strecke im Grazer Bergland diverse Holzbrücken und über 2.500 Leitersprossen bewältigen, um die gut 350 Höhenmeter zu überwinden. Auch Kärnten beherbergt so manchen Wasserfall, neben dem imposanten Wildensteiner Wasserfall bei Gallizien viele davon rund um den Großglockner.

Bern – mittelalterliche Schönheit mit Alpenpanorama

Wie heißt die Hauptstadt der Schweiz? Wer meint, das sei ganz klar Bern, der liegt nur fast richtig. Genau genommen besitzt die Schweiz – rechtlich betrachtet – nämlich keine Hauptstadt. Korrekt ist jedoch, dass in Bern mit Bundesrat und Bundesversammlung die Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft ihren Sitz und die Stadt somit die Hauptstadtfunktion inne hat. Offiziell bezeichnen die Schweizer Bern aber als Bundesstadt. Eine Reise wert ist Bern mit der zauberhaften, zum UNESCO-Welterbe gehörenden Altstadt, vielen kulturellen Highlights und ausgezeichneten Shoppingmöglichkeiten auf jeden Fall. Die beschauliche, 1191 gegründete Stadt mit Blick auf die Alpen zieht sich im hügeligen Schweizer Mittelland die Ufer der Aare entlang. Eine Schleife des Flusses umschließt die Altstadt, in der neben der Struktur mit kleinen Gassen und Plätzen auch ein Großteil der Gebäude aus dem Mittelalter erhalten blieb. Beim Stadtbummel weiß man oft gar nicht, wohin man zuerst schauen soll, denn überall bekommt man romantische Fassaden und um die 100 (!), oft mit Figuren verzierte Brunnen zu Gesicht. Dazu endlos lange Laubengänge und unzählige besondere Bauwerke. Nicht zu übersehen das mächtige, ab 1421 im gotischen Stil errichtete Münster auf dem Areal einer bei Stadtgründung gebauten Kirche.

Neben dem prachtvollen Portal mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts sowie den filigranen Chorfenstern beeindruckt auch die Innenausstattung mit diversen Seitenkapellen, wertvollem Chorgestühl sowie insbesondere der historischen Münsterorgel. Im gut 100 Meter hohen Turm bescheren zwei über Treppen erreichbare Aussichtsplattformen großartige Ausblicke auf Bern und die Umgebung. Nach dem Besuch des Münsters sollte man sich noch etwas Zeit für die Münsterplattform nehmen, eine mit mächtigen Stützmauern versehene Terrasse am steilen Abhang zur Aare. Neben einigen weiteren Kirchen fallen in der Altstadt zahlreiche Türme auf. Zu den bekanntesten gehört der Zytglogge, ein Uhrturm aus dem Mittelalter, in dem zu jeder vollen Stunde ein Figurenspiel abläuft. Das Bauwerk mit astronomischer Uhr und Glockenspiel zählt zu den markantesten und ältesten Schweizer Turmuhren. Am Ende der Marktgasse steht mit dem Käfigturm eines der alten Stadttore. Mit dem Holländerturm und dem Blutturm beherbergt das Altstadtviertel noch weitere Überbleibsel der alten Stadtbefestigung.

Viel zu sehen gibt es auch in den Berner Museen. So kann man sich im Einsteinhaus an der Kramgasse auf Albert Einsteins Spuren begeben, der ab 1903 zwei Jahre beim Schweizer Patentamt arbeitete. Darüber hinaus befasst sich das ins Historische Museum integrierte Einstein Museum am Helvetiaplatz mit Leben und Wirken des Universalgenies. Auch sonst locken in diesem auf Geschichte ausgerichteten Museum interessante Sammlungen, die den Bogen aus der Steinzeit bis ins Heute spannen und sich darüber hinaus unter anderem auch mit dem Berner Silberschatz oder fremden Kulturen befassen. Für Naturliebhaber interessant sein dürfte neben dem Naturhistorischen Museum vor allem das Alpine Museum der Schweiz, das oft mit außergewöhnlich gestalteten Sonderausstellungen überrascht. Ebenfalls spannend das Museum für Kommunikation, das nicht nur zu einer spannenden Zeitreise durch die menschliche Kommunikation einlädt, sondern darüber hinaus auch rasante Entwicklungen in jüngster Zeit veranschaulicht, wie sie sich beispielsweise im Bereich von Computertechnologie und digitaler Welt vor unseren Augen vollziehen. Wer es liebt, sich im Grünen zu bewegen, findet dazu auf dem Berner Hausberg – dem 858 Meter hohen Gurten – Gelegenheit. Außerdem locken BärenPark und Tierpark Dählhölzli sowie Rosengarten und Botanischer Garten zum gemütlichen Spaziergang.

Lausanne – grandiose Entspannung mit See- und Alpenblick

Zu Füßen der Genfer See mit seinem faszinierenden Alpenpanorama, im Rücken die markanten Gebirgszüge des Jura … Dazu altehrwürdige Bauten vom Feinsten, Parks und ein buntes kulturelles Angebot, das in der Schweiz seinesgleichen sucht. Lausanne gehört zweifellos zu den idyllischsten Städten der Eidgenossen. Dabei ist der Hauptort des Kantons Waadt mit rund 133.000 Bewohnern eine der größten Gemeinden des Landes. Einen ersten Blick auf Lausanne sollte man sich vom Sauvabelin-Turm im gleichnamigen nördlichen Stadtteil gönnen. Nach 151 Stufen erreicht man die Aussichtsplattform, die den kurzen Aufstieg mit einem unschlagbaren Panoramablick über den Genfer See und die Savoyer Alpen belohnt. Schaut man dabei auf das Nordufer des Sees, so entdeckt man auch schon die meisten der Lausanner Sehenswürdigkeiten. Besonders auf fällt dabei die frühgotische Kathedrale Notre-Dame, deren Bau um 1170 begann und über die Jahrhunderte immer wieder Erweiterungen erhielt. Dieses imposante Bauwerk eignet sich bestens als Ausgangspunkt für einen ausgedehnten Bummel durch die autofreie Altstadt. Natürlich erst, nachdem man die kostbare Innenausstattung – insbesondere die prächtige Orgel – bestaunt hat.

Wer nicht gleich in den netten Cafés der verwinkelten Gassen hängenbleibt oder sich in den schmucken Einkaufsstraßen verliert, der stößt auf so manche weitere Lausanner Sehenswürdigkeit. Auf das Chateau Saint-Maire, ein ab 1406 errichtetes Schloss, zum Beispiel. Das kann man aber nur von außen bewundern, denn hier residiert heute die Kantonsregierung. Ebenfalls im Umfeld der Kathedrale befinden sich die Kirche St. François, das historische Rathaus, der Alte Wachturm, der ehemalige Bischofssitz und die 1844 fertiggestellte Grand-Pont über das Flontal. So ein Stadtbummel durch Lausanne geht allerdings ganz schön in die Beine. Denn da die Stadt auf Hügeln steht, muss man recht oft Treppen steigen. Wem das zu anstrengend wird, der steigt am besten auf die öffentlichen Verkehrsmittel um. Über mehrere Stationen verbindet die vollautomatisierte U-Bahn-Linie M2 die Altstadt mit dem charmanten Hafenviertel Ouchy und überwindet dabei immerhin 500 Höhenmeter. An der Station Lausanne-Flon kann man in die Linie M1 Richtung Westen wechseln. Doch es lohnt sich, bis zur Endhaltestelle durchzufahren. Und das nicht nur, weil man sich sonst die einladende Uferpromenade entgehen lässt, sondern auch, weil man sonst eines der interessantesten unter den mehr als 20 Museen Lausannes verpasst: das Olympische Museum.

Initiiert von Juan Antonio Samaranch erzählt die 1993 eröffnete Ausstellung die Geschichte des in Lausanne angesiedelten Internationalen Olympischen Komitees. Außerdem zeigt das Museum wertvolle Sammlerstücke aus dem Besitz bekannter Sportler und interessante Briefmarken. Wunderbar entspannen lässt es sich bei einer Tour über den See. Während einem der Wind um die Nase weht, ziehen Lausannes Skyline und die faszinierende Bergwelt am Schiff vorbei. Hat man genug aufgetankt, kann man sich aufs Rad schwingen, und zu einer Tour Richtung Vevey-Montreux aufbrechen. Der Weg führt durchs Weinbaugebiet Lavaux mit an steilen Hängen angelegten Rebterassen, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Weniger Radfahrbegeisterten empfiehlt sich durch dieses reizvolle Gebiet der Wanderweg, der am Château de Chillon bei Montreux endet. Bevor man sich dann ins facettenreiche Nachtleben stürzt, lohnt sich ein erneuter Abstecher zur Kathedrale. Zwischen 22 und 2 Uhr ruft der Türmer nach den Glockenschlägen mit kräftiger Stimme die Zeit aus und setzt damit eine schon 600 Jahre währende Tradition fort. Um Nachtschwärmer buhlen diverse Theater, Clubs, Bars, Restaurants und nicht zuletzt die Promenade. Übrigens: Auch der thailändische Pavillon im Denantou-Park entfaltet nach Einbruch der Dunkelheit einen besonderen Charme.

Graz – voller Sehenswürdigkeiten und überaus naturverbunden

Obwohl der Höhenzug Plabutsch am westlichen Stadtrand von Graz es auf bis zu 754 Meter bringt, steht ein vergleichsweise kleiner Hügel wie keine andere Erhebung in der Steiermark für deren Landeshauptstadt: der nur 123 Meter „hohe“ Schlossberg. Auf diesem wuchtigen Dolomithügel im Herzen der historischen Altstadt thront der 28 Meter hohe Uhrturm, unumstrittenes Wahrzeichen von Graz. Das Bauwerk gehörte – wie unter anderem der ebenfalls erhaltene Glockenturm, die Stallbastei und der Türkenbrunnen – zur einst mächtigen Grazer Burg, deren Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Wer die 260 Felsensteigstufen zu Fuß nimmt, die historische Standseilbahn besteigt oder mit dem modernen gläsernen Lift hinauf auf den Berg fährt, kann nicht nur einen herrlichen Ausblick genießen, sondern beim Spaziergang auch so manches Kleinod entdecken. Nicht von ungefähr gilt der einstige Festungsberg mit seinen liebevoll gepflegten Anlagen – in denen sich neben zahlreichen Aussichtspunkten auch diverse Denkmäler, Skulpturen und Zierelemente finden – in puncto Gartengestaltung als eindrucksvolles Gesamtkunstwerk.

Impressionen ganz anderer Art bieten sich im Inneren des Berges, in den die Grazer Märchenbahn mehrmals am Tag einfährt. Los geht die gut halbstündige Reise mit den vielleicht noch als Grottenbahn bekannten Zügen am Schlossbergplatz. Das Besondere an diesen Touren: Es gibt Mitmachangebote bei so manchem Zwischenstopp, beispielsweise in der Anderswelt, im Hexenreich, im Märchenwald und in der Eiswelt. Rund um den Schlossberg zieht sich die Altstadt mit dem repräsentativen Rathaus am Hauptplatz, der barocken Shopping- und Bummelmeile Herrengasse mit Touristinfo und Gemaltem Haus sowie dem Jakominiplatz. Ebenfalls in der Altstadt stößt man auf das aus Burg, Dom, kaiserlichen Mausoleum Kaiser und Jesuitenuniversität bestehende Ensemble „Grazer Stadtkrone“. Auch Museen wie das Joanneum und das Landeszeughaus befinden sich hier. Und nicht zu vergessen: Schauspielhaus, Oper sowie Murinsel mit Amphitheater, Café und Kinderspielplatz. Doch nicht allein Schlossberg und Altstadt machen Graz so anziehend. Österreichs zweitgrößte Stadt fasziniert ebenso mit ihrer idyllischen Lage an beiden Ufern der Mur wie mit dem zauberhaften Panorama des Grazer Berglandes ringsum, das sich dann im Süden hin zu den weiten Ebenen des Grazer Feldes öffnet. Und in Graz selbst grünt es überall – knapp die Hälfte der Stadtfläche überziehen Grünflächen, Parks und Gärten wie der Leechwald, der Park von Schloss Eggenberg oder die Eustacchio Gründe.

Es gibt auf Stadtgebiet sogar herrliche Wanderwege. Einer führt zum Beispiel in Andritz, dem nördlichsten Bezirk von Graz, hinauf auf den dicht bewaldeten Reinerkogel. Einiges an Puste braucht man für diese Tour allerdings, denn die sogenannte Jakobsleiter besteht aus kaum weniger als 300 Stufen. Zu ausgedehnten Wanderungen lockt auch das Grazer Umland, vor den westlichen Stadttoren unter anderem das Gebiet rund um den Thalersee. In diesem Naherholungsgebiet gibt es gastronomische Einrichtungen, einen Golfclub und einen Bootsverleih. Durch das Areal führen zudem gut ausgeschilderte Wanderrouten. In den Wintermonaten warten beleuchtete, bestens präparierte Loipen. Eingefleischten Actionfans dürfte der See darüber hinaus ein Begriff sein: Immerhin startete Arnold Schwarzenegger hier seinen Heiratsantrag. So gibt es folgerichtig einen Arnold-Schwarzenegger-Wanderweg. In Thal wuchs Schwarzenegger übrigens auf. Darum widmet sich in dem kleinen Ort ein ganzes Museum dem 1947 in Graz geborenen Filmstar und späterem Gouverneur von Kalifornien. Zu sehen gibt es zahlreiche Erinnerungsstücke und Geschenke.

Schweiz – auch für echte Abenteurer ein Paradies

Die Schweiz lockt nicht nur zum Wandern in faszinierenden Berglandschaften, zum Wintersport oder zum Schauen und Shoppen in Städten wie Zürich oder Genf, sondern auch mit echten Abenteuern. Beim Bootfahren zum Beispiel, und zwar auf Europas größtem unterirdischen See. Der heißt Lac Souterrain de St-Léonard und wartet in einer Grotte im Herzen des Wallis, genauer gesagt, zwischen Sitten und Siders, auf Neugierige. Etwa eine halbe Stunde dauert die zwischen Mitte März und November möglich Fahrt über den insgesamt etwa 6.000 Quadratmeter großen See. Für Adrenalinjunkies finden sich in der Schweiz so einige Herausforderungen mit Gänsehautgarantie. Im Saastal im Oberwallis zum Beispiel. Zum „Warmmachen“ geht es im Seilpark der selbsternannten „Freien Ferienrepublik Saas-Fee“ über anspruchsvolle Parcours durch die Baumwipfel des Abenteuerparks. Es folgt ein 280 Meter langer „Rutsch“ über die Feeschlucht – und das in Schwindel erregender Höhe. Und damit die Sache so richtig Spaß macht, führt auch der Rückweg nochmal per Tyrolienne über die Schlucht. Wer nicht genug bekommen kann, fährt weiter ins Dreieck Lugano-Bellinzona-Locarno im südlichsten Zipfel des Schweizer Kantons Tessin. Hoch über dem Ort Rivera beginnt der „Ritt“ unterhalb der Alpe Foppa des Monte Tamaro.

Sicher an einer Seilrolle angegurtet, rast man hier am Stahlseil mit bis zu 60 km/h gut 400 Meter Richtung Tal. Neben diesem sicher spektakulärsten Abenteuer kann man sich auch mit seinem Mountainbike den Berg hinabstürzen oder an einem Paraglidingschirm zum Landeplatz Bironico fliegen. Weniger gewagt, aber sicher ebenso eindrucksvoll, ist eine Tour in die Walliser Alpen, insbesondere auf das 4.478 Meter hohe Matterhorn. Vermutlich schafft es nicht jeder bis auf diesen legendären Peak, denn wer kann schon von sich behaupten, ein echter Bergsteiger zu sein? Auf die tolle Alpenaussicht braucht aber dennoch niemand zu verzichten – schließlich lässt es sich von Zermatt aus mit der Seilbahn bequem fast bis zum Gipfel des 3.883 Meter hohen Klein Matterhorn hinaufschweben. Zur ganz oben gelegenen Aussichtsplattform mit Panoramablick auf 38 Viertausender und 14 Gletscher gelangt man dann mit dem Gipfellift und über eine Treppe. In dieser luftigen Höhe, gibt es außerdem ein Restaurant mit einem besonderen Fahrstuhl. Der fährt in eine außergewöhnliche Welt im Inneren des Berges: den höchstgelegenen Gletscherpalast der Welt. Etwa 15 Meter unter der Gletscheroberfläche findet man sich unvermittelt in einer bizarren Eiswelt wieder, in der man einfach so durch eine Gletscherspalte spazieren, kunstvolle Eisskulpturen bestaunen oder über eine Eisbahn rutschen kann.

Im benachbarten Gravity Park kann man sich nach dem Abstecher in den Berg dann gleich noch Skier oder Board unterschnallen und sich auf dem Berg ins Schneevergnügen stürzen – und zwar das ganze Jahr hindurch. Eine spektakuläre Sicht auf die Bergwelt bescheren Mutigen auch noch zahlreiche Hängebrücken. Eine davon ist die nur gut einen halben Meter breite und 90 Meter lange Hängebrücke am Salbitschijen in den Urner Alpen. Die höchste derartige Brücke findet man an der Titlis-Südwand in der Zentralschweiz. Vom „Titlis Cliff Walk“ blickt man etwa 500 Meter in die Tiefe. Mehr oder weniger aufregend sind in der Schweiz zudem die zahlreichen Sommerrodelbahnen. Mit ihrer 1.350 Meter langen Strecke eine der größten – und noch dazu mit spektakulärer Aussicht – steht bei Luzern auf der Fräkmüntegg in den Emmentaler Alpen. Und auch in Sachen Unterkunft bietet die Schweiz Abenteurern einen besonderen Kick: Wie wäre es im Winter mal mit einer Übernachtung in einem echten Iglu? Von der „Gemeinschaftsunterkunft“ bis hin zum romantischen Zweier-Iglu mit eigenem Whirlpool, Ofen und Sauna reichen die Angebote in den verschiedenen Igludörfern.

Kleiner Exkurs durch Österreichs Nationalparks

Neben Städten wie Wien, Salzburg oder Linz begeistert vor allem Österreichs Naturreichtum. Ihre schönsten Regionen schützt die Alpenrepublik mit Nationalparks, vier davon in Gebirgsregionen, die anderen rund um Gewässer. Jedes dieser Schutzgebiete fordert zu aktiver Erholung geradezu heraus – wie wäre es mit Wandern, Joggen, Radeln, Klettern, Bootfahren oder Wintersport? Von wilden Wäldern über flache Ebenen und Seenlandschaften bis hin zu schroffen Bergen und vereisten Gletschern reicht die Vielfalt in Österreichs beeindruckendsten Landstrichen.

Nationalpark Hohe Tauern (Kärnten, Salzburg und Tirol)

Mit mehr als 1.800 Quadratkilometern Fläche gehört dieses Landschaftsgebiet zu Europas größten Nationalparks. Ab 1981 eingerichtet ist es zugleich Österreichs ältestes Schutzgebiet dieser Art. Durch die atemberaubende alpine Bergwelt mit mehr als 300 Dreitausendern schlängeln sich ungezählte Wanderwege, die es zusammen mit den angelegten Alpinsteigen auf eindrucksvolle 4.300 Kilometer bringen. Postkartenreife Ausblicke auf Gipfel wie den Großglockner oder die weiß schimmernden Gletscher kann man von hier aus einfangen. Ebenso Teil dieser zauberhaften Landschaft sind sattgrüne Almen, Wälder und Wasserläufe. Dieser Nationalpark hat sogar einige Superlative zu bieten: Im Defereggental stößt man auf den größten Zirbenwald der Ostalpen, die spektakulär in die Tiefe stürzenden Krimmler Wasserfälle sind weltweit die fünfthöchsten, und der Pasterzengletscher am Fuße des Großglockners gilt als der längster Ostalpen-Gletscher überhaupt. In unberührter Natur fühlen sich zahlreiche selten gewordene Tierarten wie beispielsweise Steinadler, Murmeltiere, Alpensteinböcke und Gemsen heimisch. Wer mehr über die Geheimnisse dieser faszinierenden Landschaft erfahren möchte, kann sich mit ortskundigen Rangern auf Tour begeben sowie entlang beschilderter Themenwege und in den Nationalparkzentren Mittersill, Mallnitz und Matrei mehr über die Lebensräume der Hohen Tauern erfahren.

Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel (Burgenland)

In Österreich gibt es Steppen? Ja, im äußersten Südosten des Landes – im Grenzgebiet zu Ungarn. Hier sucht man vergeblich nach den Himmel berührenden Berggipfeln. Es dominiert flaches Land mit weiten Wiesen, Weiden und Schilf. Der Neusiedler See, der dem grenzüberschreitenden Nationalpark auf österreichischer Seite seinen Namen gab, bringt es als Steppensee auf eine maximale Tiefe von nicht einmal zwei Metern. So wirkt Österreichs größter See wie ein riesiges Moor und bildet mit dem sich auf ungarischem Gebiet anschließenden Fertö-Hanság Nemzeti Park den größten Steppen-Nationalpark Europas, inzwischen sogar UNESCO-Welterbe. Auf den Weiden im Seevorgelände grasen Steppenrinder, Esel und Przewalski-Pferde. Weit mehr als 300 Vogelarten kommen in diesem Nationalpark vor. So lassen sich hier unter anderem zahlreiche Sumpfhuhn-, Gänse- und Entenarten beobachten. Ebenso heimisch fühlen sich hier Kraniche, Großtrappen, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, mehrere Spechtarten, Höckerschwäne, Falken, Blässhühner, Bussarde, Singvögel, Eulen und viele weitere Vogelarten. Besonders interessant dürften für Vogelfreunde die etwa dreistündigen Exkursionen sein, die ganzjährig vom Besucherzentrum Neusiedler See, zu finden am nördlichen Ortsrand von Illmitz, angeboten werden. Übrigens eignet sich dieser Nationalpark auch hervorragend zum Radfahren und für ausgedehnte Ausritte.

Nationalpark Donau-Auen (Wien, Niederösterreich)

Eine weitere einzigartige Landschaft findet sich zwischen Wien und der slowakischen Hauptstadt Bratislava: der Nationalpark Donau-Auen. Wie ein grünes Band schmiegt sich die urwüchsige Auenlandschaft an die beiden Ballungsräume. Dieses grenzüberschreitende Kleinod gehört zu den bedeutendsten intakten mitteleuropäischen Landstrichen dieser Art. Hier erlebt man die Donau mit ihren wechselnden Wasserständen so ursprünglich, wie sonst kaum irgendwo. Mit Schilf bewachsene Ufer, Wiesen und alter Baumbestand machen diese Gegend zu etwas Außergewöhnlichem. Man kann dem Rauschen des Flusses lauschen, Vögel zwitschern hören und dabei herrlich reine Luft atmen. Zählen wird sicher niemand beim Spaziergang, doch es sollen um die 800 Pflanzenarten sein, die hier gedeihen. Neben den durch ihren Gesang allgegenwärtigen Vögeln leben in diesem Nationalpark auch zahlreiche Fische, Insekten, Amphibien, Reptilien und Säugetiere. Das Besucherzentrum befindet sich, nur rund 15 Kilometer von Wien entfernt, im Schloss Orth. Neben einer interessanten Ausstellung bekommt man hier interessante Informationen, kann von Rangern geführte Wander-, Kanu- und Schlauchboottouren buchen oder einen Blick aufs „Au-Erlebnisgelände“ mit seiner Unterwasser-Beobachtungsstation werfen. Natürlich kann man auch auf eigene Faust den Nationalpark erkunden, es führen unter anderem der Weitwanderweg 07 und der Donauradweg durch das Gebiet.

Nationalpark Kalkalpen (Oberösterreich)

Im Herzen des Landes stößt man im Nationalpark Kalkalpen auf das Reichraminger Hinter- und das Sengsengebirge, Österreichs letzte große Waldwildnis im Herzen des Landes. Durch das Naturschutzgebiet mit seinen bunten Wäldern, weitläufigen Almen und gurgelnden Gebirgsbächen, die von den Berggipfeln herunterkommen, führen gut ausgeschilderte Wander-, Reit-, Rad- und Mountainbikewege. Am Hengstpass und im Bodinggraben vermitteln Themenwege auf interessante Weise Wissenswertes über Flora und Fauna. Mit Informationen, Material und Veranstaltungstickets eindecken kann man sich in Molln, im Ennstal und am Wurbauerkogel bei Windischgarsten in den Besucherzentren, wo man auch geführte Wanderungen – im Winter auf Schneeschuhen – sowie Kutsch- und Pferdeschlittenfahrten – buchen kann. Hier erfährt man auch, dass man in diesem Nationalpark einem der längsten unversehrten Bachsysteme der Ostalpen folgt und durch eines der größten geschlossenen Waldgebiete Österreichs wandert.

Nationalpark Thayatal (Niederösterreich)

Romantikern geht im Thayatal bei Hardegg im Norden Österreichs sicher das Herz auf. Hier schuf der Fluss eine idyllische Landschaft, in der steile Felswände oder sanft ansteigende Hügel die Flussufer säumen und sich sanfte Wiesen mit urigen Laubwäldern abwechseln. Der Nationalpark Thayatal kennt keine Grenzen und geht auf tschechischer Seite als „Národní park Podyjí“ weiter. Malerisch bahnt sich der Thaya entlang der Grenzlinie seinen rund 45 Kilometer langen Weg zwischen Waldviertel, Weinviertel und Tschechien, und das keineswegs immer in gerader Linie, sondern auch in imponierenden Flussschleifen. Den Umlaufberg umschließt der Fluss fast, sodass er beinahe wie eine Insel erscheint. In dieser von Menschenhand nahezu unberührten Gegend entdeckt man mit etwas Glück Wildkatzen oder Störche und Fischotter beim Fischfang. Wer den Nationalpark Thayatal gesehen hat, versteht, dass diese Region zu Recht den Beinamen „Green Canyon Österreichs“ trägt – in Anlehnung an den weltbekannten Grand Canyon.

Nationalpark Gesäuse (Steiermark)

Österreichs bisher jüngster Nationalpark entstand 2002 und liegt nur wenige Kilometer südwestlich der Kalkalpen: der Nationalpark Gesäuse. Wer zu Hause seine Urlaubsfotos betrachtet, könnte meinen, sie stammen aus Kanada. Wild und ungezähmt bricht die Ems am Gesäuse-Eingang schäumend durch die steil aufragenden Felsen von Himbeerstein und Haindlmauer. Im Hintergrund ragen weiß schimmernd die schroffen Gipfel der Hochtorgruppe bis auf gut 1.800 Meter in den meist blauen Himmel. Und entlang der Ufer drängen sich bis ans Wasser hier und da uralte Bäume. Allein für diesen Anblick lohnt sich ein Ausflug in den Nationalpark Gesäuse. Zum rundum perfekten Erlebnis wird das, wenn man sich einem ortskundigen Ranger anschließt, der weiß, wo sich die schönsten Fotos schießen und seltene Tiere beobachten lassen. Touren kann man im Informationsbüro des Nationalparks Gesäuse in Admont buchen, das auch Infos und Material rund um die Landschaft sowie zu Wander- und Radtouren bereithält. Unbedingt vorbeischauen sollte man zudem im Erlebniszentrum Weidendom, das zu verschiedenen Mitmachaktionen, auf Themenwege und in den weltweit ersten „begehbaren ökologischen Fußabdruck“ einlädt.

Vierwaldstätter See – besonderes Kleinod im Herzen der Schweiz

Zentral inmitten der Schweiz liegt der Vierwaldstätter See, auch bekannt als Lake Lucerne. Die vier historischen Waldstätten – die Urkantone Uri, Unterwalden und Schwyz sowie der Kanton Luzern – grenzen an den See und standen somit Pate für den Namen dieses weitläufigen Gewässers. Vielgestaltig wie kein anderer See der Schweiz besteht der Vierwaldstätter See aus diversen Buchten, Wasserläufen und über Engstellen verbundenen Wasserflächen. So wirkt er mit seinen bergigen Uferbereichen mal wie ein stiller Bergsee, dann wieder wie eine wilde Fjordlandschaft. Der Legende nach gab es auf dem Rütli bei Seelisberg im Kanton Uri eine Zusammenkunft von Vertretern der drei Urkantone, die mit dem sogenannten Rütlischwur die Eidgenossenschaft und damit die Schweiz begründeten. Wer die geschichtsträchtige Bergwiese besuchen möchte, tut dies am bequemsten vom Wasser aus. Von Brunnen am östlich gelegenen Urnersee aus braucht das Schiff nur etwa zehn Minuten bis zum Anleger am Rütli. Zu Fuß kommt man natürlich auch hin, wenn auch etwas beschwerlicher. Die etwa einstündige Wanderung führt auf dem ausgeschilderten „Weg der Schweiz” von Seelisberg aus meist bergab durch eine bewaldete Gegend.

Auf dem Rütli findet man neben dem erhabenen Gefühl, am Nationalheiligtum der Schweiz zu sein, den Drei-Länder-Brunnen, ein Restaurant und das „Memo“-Museum zur Schweizer Geschichte. Weiter westlich erstreckt sich der Gersauer See. Im namensgebenden Ort im Kanton Schwyz am Nordufer kann man sich in der Armbrust-Werkstatt auf die Spuren des Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell begeben, dem unter anderem Friedrich Schiller mit seinem Drama ein Denkmal setzte. Für Genießer dürfte der Besuch der Kaffee-Schaurösterei ein besonderes Erlebnis werden, schließlich bekommt man hier Gelegenheit, bei der Herstellung exklusiver Kaffeesorten mit einer traditionellen Trommelröstanlage zuzuschauen. Um auch das gegenüberliegende Seeufer zu erkunden, muss man nicht unbedingt um den See herumfahren. Von Gersau legt eine Autofähre nach Beckenried ab. Auf der etwa 20 Minuten dauernden Fahrt lehnt man sich entspannt zurück und genießt eine grandiose Aussicht. Schon von Weitem sieht man, dass sich in dem schmucken Bergdorf die Talstation einer Luftseilbahn befindet. Die Gondeln schweben rund drei Kilometer hinauf zur Klewenalp und überwinden dabei einen Höhenunterschied von rund 1.150 Metern. Doch um die herrliche Umgebung von Beckenried zu entdecken, muss man nicht unbedingt gleich hoch hinaus.

Denn auch das Wandern vom Ort aus macht Laune. Ein schöner Wanderweg führt beispielsweise zur Risletenschlucht. Auf dem ausgeschilderten Weg kommt man auf halber Strecke am Picknick- und Badeplatz Rütenen vorbei, der zu einer Rast einlädt. Etwa eine dreiviertel Stunde später erreicht man den Schluchtweg, den der gurgelnde Choltalbach begleitet. An einigen Stellen ermöglichen eiserne Brücken einen Blick in die Tiefe, wo sich der Bach teilweise in spritzenden Wasserfällen seinen Weg bahnt. Zahlreiche andere kleine Ortschaften säumen den Vierwaldstätter See – und sehenswert sind sie alle. Sei es das charmante Küssnacht zu Füßen der imposanten Rigi, das auch „Riviera der Schweiz“ genannte Weggis oder das urtümliche Schwyz mit dem Bundesbriefmuseum. Das aufregendste Städtchen von allen liegt allerdings am westlichsten Zipfel des Sees: Luzern. Kenner behaupten, das Seebad in der Zentralschweiz sei eine der schönsten Städte der Welt. Inmitten malerischer Landschaft lädt Luzern mit zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten zur Zeitreise. Zwischen Alt- und Neustadt fließt die Reuss. Beide Stadtteile verbindet die Kapellbrücke, die weltweit älteste gedeckte Holzbrücke. Gleich daneben steht der markante Wasserturm, erbaut um 1300. Dann gibt es die barocke Jesuitenkirche, den „Sterbenden Löwe von Luzern”, Museen, …

Waadtland – unterwegs zwischen Alpen und Jura

Im Südwesten der Schweiz lockt der Kanton Waadt Naturbegeisterte, Städtetouristen und an Geschichte Interessierte gleichermaßen. Gelegen zwischen Genfer See und Neuenburgersee, Jura und Alpen bietet die auch als Genferseenland bekannte Region eine faszinierende Landschaft. Zahlreiche Naturschutzgebiete und Naturparks ermöglichen Tierbeobachtungen oder Wanderungen, die nachhaltige Eindrücke hinterlassen. In der Gemeinde Chateau-d’Oex östlich des Genfer Sees erstreckt sich das größte Naturschutzgebiet der Westschweiz. Es trägt den Namen der Alp La Pierreuse, einer idyllischen Landschaft in einem von mächtigen Bergen gesäumten Talkessel. Wer an der Bergstation Videmanette startet, kommt während einer Tageswanderung zunächst um die Alp und anschließend über mehrere Pässe bis zum für seinen Alpkäse bekannten Dorf L’Etivaz. Mit etwas Glück bekommt man unterwegs in der typischen Voralpenlandschaft am Gummfluhmassiv Steinböcke, Gämsen, Luchse und Murmeltiere zu Gesicht oder man sieht Königsadler fliegen. Durch den Westen des Kantons zieht sich ein Teil des Grande Caricaie, dem größten Seeuferfeuchtgebiet der Schweiz. Im Bereich der Mündung der Sauge in den Neuenburgersee rasten Vogelzüge, die man zwischen Ins und Cudrefin im Naturschutzzentrum La Sauge entlang eines Spazierweges im Schutz von Hütten beobachten kann.

In der kalten Jahreszeit überwintern im Vogelschutzgebiet seltene Vogelarten wie der Merlin. Ebenso interessant ist ein Besuch im Juraparc Mont d’Orzeires, der sich nicht weit entfernt bei Vallorbe befindet. Hier leben unter anderem Bisons, Przewalski-Pferde, Wölfe und Bären in einem seiner natürlichen Umgebung wunderbar angepassten Tierpark. Eine der außergewöhnlichen Landschaften der Region präsentiert sich zwischen Lausanne und Schloss Chillon: die Weinterrassen von Lavaux. Seit vielen Generationen kultivieren Winzer an den Hängen des Genfer Sees ihren Wein und lassen Besucher daran teilhaben. Neben mehreren Wanderwegen führt auch ein Lehrpfad durch das Weinbaugebiet, das inzwischen zum Welterbe der UNESCO gehört. Der Waadt mit seiner faszinierenden Naturvielfalt beeindruckt auch sonst mit vielem, was frühere Bewohner der Region als kulturelles Erbe hinterließen. So gibt es auf dem Gebiet des Kantons Überreste einer Reihe prähistorischer Pfahlbausiedlungen, die aus der Zeit zwischen 5000 bis 500 v. Chr. stammen. Noch älter sind die 45 bis zu 4,5 Meter hohen Menhire von Clendy, die unweit von Yverdon-les-Bains das Neuenburgerseeufer zieren. Die einer menschlichen Form ähnelnden Hinkelsteine sollen ursprünglich vor rund 6.000 Jahren in der Neusteinzeit aufgestellt worden sein.

Auch aus Zeiten der Römer gibt es im Waadt einiges zu sehen. Wer sich etwas auskennt, weiß, dass die Helvetier ihre Hauptstadt Aventicum nannten – dieser Ort liegt im Nordosten des Kantons und heißt heute Avenches. Überreste zeugen noch immer vom vor rund 2.000 Jahren florierenden Aventicum, wo einst 20.000 Menschen lebten. Von der bis zu sieben Meter hohen Stadtmauer überstanden Teile des Osttores sowie des Turmes Tornallaz die Zeit. Besonders gut erhalten und liebevoll restauriert lädt das Amphitheater in den Sommermonaten zu den Opernfestspielen ein. Außerdem gibt es unter anderem Überreste des römischen Theaters, des Cigognier-Heiligtums und der Thermen. Bei Grabungen entdeckte Schätze kann man im Römischen Museum bewundern, darunter Büsten, Mosaiken und Inschriften. Klar, dass es neben Avanches zahlreiche andere sehenswerte Städte gibt. Aigle zum Beispiel, ein Städtchen, das unter anderem rund 40 schmucke Brunnen beherbergt. Oder Lausanne, die moderne Metropole mit dem Sitz des IOC. Oder das auf römischen Fundamenten errichtete Nyon, wo die UEFA ihren Sitz hat. Oder … Am besten, einfach mal selbst auf den Weg machen, und das Waadtland für sich entdecken.

Vorarlberg – Österreichs charmantes „Ländle“ in den Ostalpen

„Das Ländle“ – so nennen die Österreicher selbst ihr westlichstes Bundesland Vorarlberg, das unmittelbar an Bodensee und Rhein grenzt. Hört sich nach gemütlicher Beschaulichkeit und irgendwie auch nach guter Laune an. Und genau das bietet Vorarlberg. Mit erstaunlich viel Abwechslung auf kleinem Raum, ganz eigenen Traditionen, individuellem Dialekt und einer unverwechselbaren Kultur. Das Bundesland in den Ostalpen begeistert mit facettenreichen Landschaften, die Aktivurlaubern alles bieten – und das zu jeder Jahreszeit. Von schönen Stränden und Wassersportmöglichkeiten am Bodensee über Wander- und Radrouten in sanfter Hügellandschaft oder ausgedehnten Flussebenen bis hin zu schroffen Berggipfeln, die sogar ambitionierte Kletterer und Bergsteiger herausfordern, ist in Vorarlberg alles zu finden. Den besonderen Charme des Ländles machen zudem die schmucken Städtchen und Dörfer aus, die zwar keine wirklich spektakulären Sehenswürdigkeiten beherbergen, dafür aber in so manchem mit viel Herzblut gestalteten Museum regionale Geschichte erzählen. So findet man beispielsweise in Sonntag das Heimatmuseum Großes Walsertal, in Schröcken das „Alpmuseum uf m Tannberg“, in Dornbirn ein Museum voller Krippen und in Hittisau das Alpsennereimuseum mit einer historischen Alpsennereiküche.

Über das gesamte Bundesland verstreut findet man zudem mehr als 100 kleine und größere Sakralbauten, darunter Kapellen, Pfarrkirchen und einige imposante Bauten. Dazu zählen unter anderem die Wallfahrtskirche Maria Bildstein, die Kirchenburg „Unsere Liebe Frau Mariä Heimsuchung” in Rankweil und die Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau Bregenz. Ganz gleich, ob man sich in Vorarlberg mit dem Auto oder zu Fuß, allein oder mit Kindern, im Sommer oder im Winter auf den Weg macht: Langeweile kommt ganz sicher nicht auf. Die Hauptstadt des Bundeslandes ist Bregenz am Bodensee zu Füßen des Pfänders. Allein in der Oberstadt – der historischen Altstadt, die man durch einen mächtigen Toreingang betritt – gibt es viel zu sehen. Innerhalb der gut erhaltenen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert findet man den Montfortbrunnen, den Martinsturm und das Alte Rathaus. In viele der altehrwürdigen, sanierten Gebäude dieses Viertels zog mit Läden oder Restaurants neues Leben ein. Wer sich für hochklassige Kunst interessiert, sollte sich im modernen Kunsthaus umschauen oder sich eine Aufführung im Festspielhaus gönnen, vielleicht sogar während der Bregenzer Festspiele oder beim Tanzfestival „Bregenzer Frühling“.

Eine weitere überaus sehenswerte historische Altstadt kann man in Bludenz bestaunen. Die Stadt, die den Beinamen „Alpenstadt“ trägt, ist zugleich idealer Ausgangspunkt für Touren. Wenige Kilometer östlich erstreckt sich das Klostertal – im Winter ein traumhaftes Skigebiet. Familien mit Kindern begeistert hier sicher das Bärenland am Sonnenkopf, das Groß und Klein zu allerlei Aktivitäten einlädt. Westlich von Bludenz stößt man auf den Walgau, eine urige Alpenregion voller Wanderwege, auf denen man kaum jemandem begegnet. Auch das Große Walsertal liegt von Bludenz nur einen Katzensprung entfernt. Von der UNESCO als Biosphärenreservat geschützt, findet man in diesem Gebiet typische Alpenlandschaft mit zahlreichen bewirtschafteten Almen. Wohin man in Vorarlberg auch kommt, überall tut sich eine urwüchsige alpine Landschaft auf, in der sicher auch der größte Bewegungsmuffel gern ein Stückchen zu Fuß geht oder aufs Rad steigt. Übrigens gibt es auch einige Golfplätze und Reiterhöfe in der Region. Und ansonsten kann man ja auch Seilbahn fahren und dabei von oben die herrliche Aussicht genießen …